Dienstag, 5. November 2013

Filmkritik: Fack Ju Göthe

Informationen:


Filmstart: 07. November 2013
Regie: Bora Dagtekin
Cast: Elyas M'Barek, Karoline Herfurth, Katja Rieman, Jana Pallaske, Farid Bang

Länge: ca. 118 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Trailer: Fack Ju Göthe

Vorwort:


Bora Dagtekin und Elyas M'Barek haben bereits mit "Türkisch für Anfänger" eine erfolgreiche Komödie kreiert, die vor allem jugendliche anspricht. "Fack Ju Göthe" ist der nächste Streich der beiden und auch dieses mal scheinen die Zeichen auf grün zu stehen für eine erfolgreiche Komödie. Ich selbst habe vor Ewigkeiten mal einen Trailer geschaut und bin absolut unvoreingenommen zur Lokalpremiere in Berlin gegangen. Und soviel sei schon mit dem jugendlichem Wortstil vorweg genommen: Ich kam aus dem Rofln nicht mehr raus.

Kurzinhalt:


Zeki Müller (Elyas M'Barek) hat nicht viel im Leben erreicht. Nachdem er aus dem Knast entlassen wird versucht er an sein verstecktes Diebesgut zu kommen. Dummerweise wurde auf dem Schulgelände, wo das Geld vergraben ist, eine Turnhalle gebaut. "Glücklicherweise" ist der ehemalige Hausmeister gestorben und Zeki entscheidet sich kurzer Hand sich auf die Stelle zu bewerben um an das Geld zu gelangen. Doch das Bewerbungsgespräch endet unverhofft in einer Stelle als Lehrer. Als wäre das nicht schon bitter genug, gelangt Zeki über Umwege an die Chaosklasse der 10b. Doch die Suche nach dem Geld kann beginnen.


Die Leiden des jungen Zeki


Jeder kennt die üblichen Schubladen im Leben. Cooler Typ, Nerd, möchtegern Schönheit, Streber, Freaks und so weiter und sofort. Genau mit diesen Schubladen spielt auch Bora Dagtekin in "Fack Ju Göthe". Einmal kurz die Schubladen zusammen gewürfelt, kräftig durchgeschüttelt und was am Ende heraus kam wurde auf die die Leinwand gebracht. Das geht hier vom völlig zerstörten Drogenkonsumenten, den Nerds, die nervös werden, sobald sie von einem Mädchen angesprochen werden, weiter zu den nicht resozialisierungsfähigen Knackis bis hin zur Weltverbesserungsreferendarin. Viele Schubladen, viele Klischees treffen hier in einer komplett überspitzten Variante zusammen. Genau das ist es was "Fack Ju Göthe" ausmacht. Das Spiel mit den Vorurteilen. Allerdings nicht nur herabschauend, sondern viel mehr als getarnte Sozialkritik. Denn statt nur zu kritisieren versucht Bora Dagtekin die Vorteile eben dieser Personen hervorzuheben. 
"Fack Ju Göthe" schafft es durch diese Kombination einen Lacher nach dem anderen aus den Bauchmuskeln zu kitzeln. Dabei macht das Niveau der Witze gerne einen Ausflug zum sexistischen oder gar dem Fäkalhumor. Auf der einen Seite könnte man dies nun kritisieren. Auf der anderen Seite wird derzeit fast jede Komödie deshalb kritisiert. Doch Bora Dagtekin klatscht diese Art von Humor nicht einfach nur so dahin, sondern schafft es, dass es irgendwie charmant wirkt.
Der sozialkritische Teil des Film wird durch die Geschichte vorangetrieben. Diese suggeriert, dass man mit Leidenschaft, Willen und Zuwendung die Menschen erreichen kann, die von allen abgeschrieben wurden. Seien es die Schüler der 10b oder Zeki selbst.


Fazit:


"Fack Ju Göthe" ist eine kleine Wundertüte. Zunächst ist man sehr skeptisch und denkt sich "schon wieder so eine deutsche Komödie, na das kann ja was werden", doch am Ende kommt man aus dem Lachen nicht mehr raus. Doch der Humor hat viele Facetten und so kann man diesen Film auch nicht jedem empfehlen. Er ist verdammt sexistisch, benutzt Kraftwörter im Überfluss und überspitzt wo es nur geht. Das ganze verbunden mit einer sozialkritischen Ader, die Fehler aber auch einen möglichen Lösungsansatz aufzeigt. Alles in allem ein Kinobesuch, der sich mehr als lohnen kann.

Das macht von mir 86% -> denn Humor ist wenn man trotzdem lacht.

Eure Meinung:


Ihr habt Fack Ju Göthe gesehen? Wie fandet Ihr den Film? Was war euer Lacher des Films? Schreibt es in die Kommentare!

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