Dienstag, 22. April 2014

Was lief am Osterwochenende

Hallo Filmfreunde,

das Osterwochenende ist schon wieder vorbei. Ich hoffe Ihr habt die Feiertage genossen. Vor Ostern habe ich die letzte Ausgabe des Blu-Ray Magazins in die Finger bekommen und dachte mir, dass so ein verlängertes Wochenende genau der richtige Zeitpunkt ist sich ein paar notierte Filme anzusehen und um genau diese Titel handelt es sich bei "Was lief am Osterwochenende".


Banshee Staffel 1


 

Nachdem ich diesen Seriennamen in den vergangen drei Wochen zweimal gehört habe konnte ich einfach nicht anders und musste mir die komplette erste Staffel der Serie Banshee ansehen. Alles was ich im Vorfeld gehört habe war: "Die Serie ist echt mega brutal." und ja, das ist sie. Aber fangen wir mit der Handlung an. Es handelt sich um einen Ex-Knacki, der nach 15 Jahren Haft wieder auf freien Fuß und bei Suche nach seiner Komplizin in die Kleinstadt Banshee kommt. Durch einen Zwischenfall gelingt es ihm sich als neuer Sherriff der Stadt auszugeben. Erstaunlicherweise kommt er damit durch. Obwohl Banshee nur eine Kleinstadt ist wird es dort nie langweilig. Kleinkriminelle, die einen Laden ausrauben, Geiselnahmen, Banden, die für Unruhe Stiften. Alles kein Problem für Sherriff Hood, der ordentlich die Keule schwingt. Dabei kassiert er selbst jedoch so viele Schläge und Tritte, dass es mehr als kurios ist, dass er in jeder neuen Folge wieder Fit wie ein Turnschuh und ohne jeglichen Kratzer ist. Am Ende kommt es dann zu einem riesigen Showdown. Actiontechnisch lässt die Serie also keinerlei Zweifel aufkommen. Die Story ist ein etwas verwoben und wird durch immer wiederkehrende Flashbacks entwirrt. Leider gibt es immer wieder Logiklöcher. So wird in einer Folge Bude während eines Kampfs komplett auseinandergenommen und am nächsten Tag ist alles repariert und in Ordnung oder was mir besonders aufgefallen ist, dass ein S.W.A.T. Mitglied versucht den Puls eines Opfers mit dem Daumen zu messen. Leider wird es eine zweite Staffel geben. Die Serie hatte bis zur letzten Folge das Potenzial nach der ersten Staffel alles mehr oder minder schlüssig zu beenden. Stattdessen hat man im Staffelfinale drei oder gar vier Baustellen geöffnet, um die zweite Staffel einzuläuten. Das hätte nicht sein müssen. Banshee war für mich eine der Serien, die man nach der ersten Staffel perfekt zum Ende hätte bringen können. Ich befürchte, dass die zweite Staffel sehr enttäuschend wird.
Wer also auf knallharte "Hau ihm auf die Fresse" Action steht, wird mit Banshee sehr glücklich.

The Reluctant Fundamentalist



Auf diesen Film habe ich mich am meisten gefreut und war sehr gespannt was kommen würde. Nachdem mich (Harodim) enttäuscht hat, war ich mir sicher, dass "The Reluctant Fundamentalist" besser ist.
In der Handlung geht es darum, dass ein amerikanischer Professor, der an der Universität von Lahore unterrichtet, entführt wird. In einem Video fordern die Entführer die Freilassung von hunderten muslimischen Gefangenen sowie 700.000 USD. Nach der Entführung trifft sich der amerikanische Journalist Bobby Lincoln mit Professor Changez unter dem Vorwand, er schreibe einen Artikel über Pakistans neue militante Akademie, in einem Café. In dem Interview erzählt Changez, der verdächtigt wird für die Entführung verantwortlich zu sein, seine Geschichte.

Wichtig zu erwähnen finde ich, dass sowohl Drehbuch als auch Romanvorlage vom pakistanischem Schriftsteller Mohsin Hamid stammen. Regie führte die Inderin Mira Nair. Es wurde zwar im Produktionsteam und bei der Besetzung auf Hollywood zurückgegriffen, doch im Grunde scheint es sich hier um ein Werk zu handeln, dass nicht amerikanisch geprägt ist. So bekommt man mit "The Reluctant Fundamentalist" eine Sicht auf die Vorkommnisse rund um den 11. September, die in Hollywoodproduktionen oft nicht zu sehen sind. Stattdessen wird die Geschichte des Pakistani Changez, der in den USA studiert hat und bei einem führenden Finanzunternehmen tätig ist, erzählt. Es wird die Generalverdächtigung aller muslimischen Menschen in den USA aufgegriffen. Es geht um das seelische Befinden, der Betroffenen. "The Reluctant Fundamentalist", was auf deutsch soviel heißt wie: "Der Fundamentalist, der keiner sein wollte" ist sehr anspruchsvoll. In dem Interview sagt Changez, dass Bobby sich seine Geschichte von Anfang bis Ende anhören soll. Am Ende des Films hört sich Bobby das aufgenommene Interview erneut an und ich denke, dass man den Film auch mehrmals sehen muss um all das gesehene in seiner vollen Gänze aufnehmen zu können. Dieser Film ist aufgrund der fremden Sichtweise sehr erstaunlich gewesen. Es ist sehr faszinierend die Charakterentwicklung von Riz Ahmed, der Changez spielt, zu sehen. Es wird wiedergegeben wie sich der Teufelskreis des Hasses bildet und prägt. Auf der anderen Seite geht es um Vertrauen. Zu guter Letzt regt "The Reluctant Fundementalist" zum diskutieren an. Das liegt unter anderem daran, dass er viele Probleme anspricht, aber nicht alles bis zum Ende auflöst, sodass sich jeder selbst fragen kann, wie die Handlungen zu interpretieren sin.
Mich hat dieser Film auf jeden Fall überzeugt, auch wenn er an wenigen Stellen etwas langatmig wurde und ich empfehle in an jeden, der mit der Thematik rund um den 11. September etwas anfangen kann.
Von mir gibt es ganze 77%

jOBS - Die Erfolgsstory von Steve Jobs




Nachdem ich mal ein Apple gerät hatte, würde ich mir nie wieder eins kaufen. Dennoch bin ich natürlich für die Geschichte von Apple, bzw. für seinen Gründer Steve Jobs interessiert. Am Ende wurde meine Meinung über den Menschen bestätigt. Er war ein Arschloch, aber das ist ja weitläufig bekannt. Der Cast der hier gewählt wurde ist wahrlich gelungen. Im Abspann erscheinen Fotos, die die realen Personen dem Cast gegenüberstellen und die Ähnlichkeiten sind absolut verblüffend. Der Film selbst vermittelt einige Fakten, die einem außenstehendem sonst wohl unbekannt bleiben. Aus filmischer Sicht bleibt dieses Biopic allerdings auf der Strecke. Da hat es bei der Konkurrenz in Form von "The Social Network" oder "Inside WikiLeaks" besser funktioniert. Wer also ein paar, durchaus interessante, Fakten rund um Steve Jobs erfahren möchte, für den wird das ganze sehenswert sein, alle anderen sollten lieber die Finger davon lassen. 
Von mir gibt es dafür also lediglich 55%.

The Garden of Words



Es ist schon lange her, dass ich mir mal einen Anime angesehen habe und noch länger, dass es ein Animefilm war. Daher bin ich mit viel Vorfreude an dieses Werk heran gegangen. Denn neben dem Studio Ghibli ist Makoto Shinkai, einer der sich langsam aber sicher zu den ganz Großen mausert. In "The Garden of Words" dreht sich alles um den 15-jährigen Takao und um eine fremde Frau namens Yukari. Takao schwänzt an regnerischen Tagen die erste Stunde, um sich im Park unter einen Pavillon zu setzen, die Ruhe zu genießen und Entwürfe zu zeichnen. Bei Yukari dagegen weiß man nicht so recht was sie im Park macht, allerdings genießt sie die Kombination aus Bier und Schokolade. Die gesamte Geschichte erzählt sich im Dialog zwischen diesen beiden Personen. Mit einer länge von gerademal 46 Minuten ist dieser Film recht kurz und erinnert eher an eine Serienepisode. Die Animationen sind ein echtes Kunstwerk. In den ersten Sekunden habe ich gar nicht realisiert, dass es sich hier um einen Animationsfilm handelt. Die Story ist sehr tiefgehend und ein irgendwie poetisch. Leider muss ich gestehen, dass ich die Message wohl nicht ganz verstanden habe. Nichtsdestotrotz fand ich das Gesamtwerk sehr interessant und beeindruckend. Eventuell gibt es ja unter euch jemanden, der mit die Message dieses Stücks erläutern kann? 
Von mir gibt es hierfür jedenfalls 70%


Looper



Schon ein etwas älterer Film, der mir schon mehrfach ans Herz gelegt wurde. Eigentlich wollte ich mir "The Act of Killing" ansehen, aber diese Doku habe ich bereits nach 6 Minuten wieder ausgemacht. Diese Arte Doku hätte wohl meine Sichtweise auf die Welt ändern sollen, aber irgendwie hat sie mich nicht mitgenommen. Stattdessen habe ich also "Looper", mit Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willig, gesehen. Regie führte Rian Johnson. Aufgrund dessen, dass in meinem Umfeld nur in den besten Tönen über Looper gesprochen wurde, war die Erwartungshaltung selbstverständlich ziemlich hoch. Leider muss ich sagen, dass mich der Film nicht überzeugen konnte. Bei der Umsetzung des durchaus interessanten Plots fehlt mir vor allem der innere Zwist, des Hauptprotagonisten, wie es wohl ist sein älteres ich zu erschießen. Bruce und Joseph liefern hier natürlich beide eine sehr solide Partie ab, aber am Ende fehlt einfach das gewisse etwas und deswegen gibt es hier von mir lediglich 65%

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