Dienstag, 9. Februar 2016

Filmkritik: Zoolander No. 2

(C) Paramount Pictures

Informationen:


Filmstart: 18. Februar 2016
Regie: Ben Stiller
Cast: Ben Stiller, Owen Wilson, Penélope Cruz

Länge: ca. 100 Minuten

Trailer: Zoolander No. 2

Vorwort:


Fünfzehn lange Jahre mussten die Fans von Derek Zoolander und seines besten Freundes Hansel warten. Doch das warten hat nun ein Ende, denn mit Zoolander No. 2 - Lange nicht geZehen erscheint am 18. Februar 2016 die heiß ersehnte Fortsetzung der wohl beliebtesten Mode Ikone in den deutschen Kinos.

Kurzinhalt:


Etliche Stars sterben und es gibt eine Verbindung zwischen den Morden. Jeder der verstorbenen hat vor seinem Ableben ein Selfie mit "Blue-Steel" Blick veröffentlicht. Valentina, ehemaliges Bademodemodel und Interpol-Agentin, versucht die Morde aufzuklären. Obwohl sich Derek und Hansel zur Ruhe gesetzt haben erhalten beide ein Fashionangebot aus Rom, wo die beiden vollkommen ungewollt in die ganze Sache mit hineingezogen werden.

Lange nicht geZehen


In die High Society der Fashionwelt schaffen es nur wenige. Durchsetzen können sich noch weniger. Derek Zoolander ist einer von Ihnen. Er ist DAS Male-Model schlechthin. Nicht umsonst hat er den "Male Model of the Year“-Award gewonnen. Doch nach einem tragischen Unglück, bei dem er seine geliebte Frau verloren hat, dreht er der Modewelt und allen anderen den Rücken zu. Die Frage, die man sich stellen muss lautet wie folgt: Kann man nach solch einer langen Fashionabstinenz so mir nichts dir nichts wieder auf den Laufsteg zurück? Die Antwort könnte klarer  nicht sein. Ja, kann man.

(C) Brendon Thorne/Getty Images for Paramount Pictures
Derek und Hansel sind wahrlich meisterhaft inszenierte Charaktere, die nicht besser verkörpert werden könnten als von Ben Stiller und Owen Wilson. Vorallem mit ihrer Mimik wissen die beiden zu verzaubern. Ohne Worte  schaffen es die beiden zum Lachen zu animieren. Das Problem ist nur, dass es nicht weniger lustig wird sobald die beiden anfangen zu sprechen. Selten sieht man solch ein  Gagfeuerwerk, bei dem ein Witz nach dem anderen zündet.

Selbstverständlich funktioniert dies nicht über die gesamte Spiellänge des Films. Nach einem fulminanten Start hat man zwischenzeitlich das Gefühl, dass womöglich die Gags ausgegangen sind. Bis es zu einer weiteren wortgewandten Unterhaltung zwischen Zoolander und Hansel kommt. Leider sind darüberhinaus einige Szenen absolut vorhersehbar, wodurch der ein oder andere Plot-Twist garnicht so twistig ist. Zoolander No. 2 dürfte aber auch ein wahrer Augenschmaus für Cameo-Freunde sein, denn in Zoolander No. 2 darf kommt es zu wahrlich sehr amüsanten Auftritten.

Fakten zu "Zoolander No. 2":


- Eddie Murphy hatte Interesse daran geäußert in Zoolander No. 2 mitzuspielen. Dazu entwarf er den "Black Iron"-Blick

- Die Dreharbeiten für Zoolander No. 2 haben 4 Monate gedauert.

- Ben Stiller und Owen Wilson traten bei einer Modeschau von Valentino auf, um zu bestätigen, dass Zoolander No. 2 tatsächlich erscheinen wird.

Fazit:


Völlig überspitzte Charaktere, Klischees mit denen um sich geworfen wird und eine Gagdichte, die seinesgleichen sucht. Dazu der Charme von Hansel und Derek, die mit ihrer Gestik das Publikum verzaubern. Viel zu meckern gibt es nicht. Freunde des ersten Zoolander werden den zweiten garantiert lieben.

Für mich eine der besten Komödien, die ich seit einiger Zeit gesehen habe, daher gibt es für Zoolander No. 2 auch eine absolut überragende 90%.

Marius M. über "Zoolander No. 2":


Trash par excellence: Zoolander 2 startet mit enormen Gag-Tempo und bremst, überraschender Weise, (fast) den gesamten Film über nicht ab. Im Mittelteil wurde es mir dadurch etwas zu ab- und aufgedreht, was sich gegen Ende aber wieder sehr verbesserte. Wer absolut keine Lust auf eine großartig, absurde und skurrile Trash-Komödie hat, sollte Zoolander 2 fernbleiben – alle anderen: anschauen!

8 von 10 Ritterhelmen

Montag, 25. Mai 2015

Media Monday #204

Hallo Filmfreunde,

ein Montag an dem man nicht arbeiten gehen muss ist ein guter Montag und hier in Berlin war aufgrund des Karnevals der Kulturen ordentlich was los. Sonst versagt das Telefonnetz nur an Silvester, hier ging auch heute nichts. Keine SMS, keine Telefonate, kein nichts. Deswegen hab ich jetzt auch Zeit für die neusten Fragen des Media Mondays:

1. Ein Extended oder Director’s Cut, der einen Film gehörig aufgewertet hat, war der zu den Herr der Ringe teilen, denn wo sonst kommt man mit einer Trilogie auf ~12 Stunden Laufzeit?

2. Das beste Film-Musical: Les Misérables. Als Kulturbanause muss ich wohl auch sagen, dass mir kein weiteres einfallen würde.

3. Ganz viele mögen ja den Eurovision Song Contest wobei mir schon beinahe die Galle hochkommt, weil mir das ganze doch immer wieder ziemlich gestellt vor kommt, da ich mir kaum vorstellen kann, dass aus allen Ländern sämtliche Punkte an die selben 4-5 Länder gehen.

4. ____ wirkt ja wirklich wie ein ____ alter Schule, denn ____ . Ich fühle mich gerade zu jung, um über die alte Schule nachzudenken.

5. Ja, wir sind mal wieder beim Thema Guilty Pleasures: Ist mir egal, wenn ihr alle Adam Sandler Filme blöd findet, ich nämlich finde vor allem die beiden Kooperationen mit Drew Barrymore meeeehr als nur gelungen.

6. Das lange Pfingstwochenende wusste (oder weiß) ich ja gewinnbringend zu nutzen, um die Sonne ausgiebig zu genießen, Leute auf dem Karneval der Kulturen zu treffen, die man schon zu lange nicht gesehen hat und zum Rouladen essen zu gehen. Eigentlich wollte ich noch in die erste Staffel von Black Sails reinzuschnuppern, aber .. wie das Leben so spielt.

7. Mit Ablauf der Woche ist der Mai ja schon wieder rum. Macht aber nix, schließlich gibt es im Juni die Gewissheit, dass es nurnoch einen Monat bis zu meinem vierwöchigem USA Urlaub ist. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Auch wenn das fehlende ComicCon Ticket einen trüben Beigeschmack hat.

Das Zitat der Woche stammt dieses mal aus den "Erinnerungen" von Facebook. Denn gestern vor 3 Jahren war ich sehr tiefgründig und schloss mein Posting mit folgenden Worten ab:

Denn schon Konfuzius sagte: "Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben."

Dienstag, 10. März 2015

21 Grams - Anne Will "Mein Film"

©Silke Weinsheimer
Die seit 2011 laufende Veranstaltungsreihe "Mein Film" der deutschen Filmakademie ging am 05.03.2015 in der Astor Filmlounge in Berlin in die siebte Runde. Nach Gästen wie Per Steinbrück, Paul Breitner, Angela Merkel und Judith Holofernes stand am vergangenen Donnerstag der Lieblingsfilm von Anne Will im Fokus.

Doch worum handelt es sich bei "Mein Film" eigentlich?
Herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sollen ihren Lieblingsfilm vorstellen, der in welcher Art und Weise auch immer, das Leben der Person geprägt hat. Hierbei handelt es sich um ein persönliches Bekenntnis oder um eine Offenbarung, der tiefe Einblicke hinter die Fassade der Prominenz gibt. Einziges Kriterium ist, dass der Gast nicht aus der Filmbranche stammen darf, denn hier geht es nicht um das typische Fachsimpeln eingefleischter Cineasten, sondern um die Gedankengänge und Gefühle, die der Film bei Leuten auslöst, welche nicht hauptberuflich mit der Filmbranche in Kontakt stehen.

Nach ein paar einleitenden Worten der Präsidentin der deutschen Filmakademie, Iris Berben, betrat Anne Will die Bühne um zu erläutern weshalb sie "21 Grams" mitgebracht hat. Gelächter machte sich im Publikum breit als sie zugab, dass sie zunächst den allseits beliebten Disney Klassiker "Bambi" mitbringen wollte. Jedoch wurde Ihr im Freundes- und Bekanntenkreis davon abgeraten. Auf der Suche nach einer Alternative dachte Anne an "21 Grams", da dieser Streifen oftmals für Denk- sowie Diskussionsanstöße herhalten musste. So fiel die Entscheidung letztendlich auf diesen Film, obgleich sie wusste, dass es sich hierbei um einen Film handelt, der düster ist und durch seinen Tiefgang nicht als leichte Kost abgestempelt werden kann. Vor allem die Suche nach einer Originalkopie des Films mit deutschem Untertitel gestaltete sich im Vorfeld der Veranstaltung recht schwer. Glücklicherweise konnte der Constantin Filmverleih noch eine Kopie im Archiv finden.

"21 Grams" ©2003, Focus Features
So konnte die Vorstellung von "21 Grams" glücklicherweise doch wie geplant stattfinden. Bei dem Film handelt es sich um einen Episodenfilm, der vom frisch oscarprämierten Regisseur Alejandro González Iñárritu inszeniert und im Jahre 2003 veröffentlicht wurde. Er erzählt die Geschichte von drei Personen, die durch einen Schicksalschlag miteinander verbunden sind.  Im Verlauf der Story wechselt die zeitliche Erzählebene ständig. Der Regisseur arbeitet dabei immer wieder mit knallharten Schnitten. So wird etwa direkt nach einer ruhigen Trauerszene eine wilde Partie gefeiert. Vollkommen unerwartet beginnt die nächste Szene und der Zuschauer muss sich erstmal wieder sammeln und schauen wo man sich nun befindet. Dadurch bindet Alejandro die Zuschauer an den Film, denn wer nicht aufpasst, dem droht der Film zu entgleiten. Obwohl "21 Grams" zunächst durch seine Struktur sehr verwirrend wirkt, lichtet sich mit der Zeit der Schleier und die verwobene Geschichte kann sich gänzlich entfalten. Ein Puzzleteil fügt sich ins nächste und am Ende hat man eine großartig erzählte Geschichte mit einer Starbesetzung, die wie ein Zahnrad ineinander greift. Großes Kino, das zum diskutieren anregt.

"21 Grams" ©2003, Focus Features
Dementsprechend gab es im Anschluss eine Podiumsdiskussion zwischen Anne Will und Marc Bauder, seineszeichens Regisseur und Mitglied der deutschen Filmakademie. Darüber hinaus ist er zusammen mit seinem Bruder Christopher Bauder maßgeblich verantwortlich für die Lichtgrenze in Berlin gewesen, die vom 7. November bis 9. Novemberin Berlin zum 25. Jubiläum des Mauerfalls zu sehen war.
Unter Zustimmung von Anne Will lobte Marc Bauder "21 Grams" indem er den Film als erstklassig titulierte. Er sagte, dass es sich um einen Film handle, der ein breites Spektrum an Emotionen bediene und tiefgehende Fragen aufwerfe. Während der Filmbesprechung wurden verschiedene Szenen des Films diskutiert, aber auch weitergehende Themen wurden besprochen. So stellte Marc Bauder die Frage, wie es käme, dass es uns Menschen trotz zahlreichen und leichteren Kommunikationswegen als früher immer schwerer falle mit unseren Mitmenschen zu kommunizieren. Stellt man sich einen ganz normalen Tag vor, so entsteht doch häufig folgende Situation: Man will nur ganz kurz aufs Handy schauen und wird direkt mit Nachrichten von Twitter, Facebook, SMS, E-Mail und WhatsApp überschwemmt. Selbst wenn man Personen sieht, die gerade mit Freunden oder Bekannten unterwegs sind, wird ständig aufs Handy geschaut. Sollte man sich nicht auf die Mitmenschen konzentrieren statt sich durch jede Kleinigkeit, die auf dem Display aufleuchtet unterbrechen zu lassen? Fakt ist, dass wir zu sehr von anderen Dingen abgelenkt werden, die uns in Sachen Kommunikation und Menschennähe dazwischen kommen. Zu diesem Schluss kam auch Anne im Gespräch und führte anschließend den Überfluss an Informationen an. Onlinemedien, Nachrichten, soziale Netzwerke, YouTube, Wikipedia - überall kann man sich Informationen besorgen und von allen Seiten prasseln diese auf uns ein. Doch die meisten Informationen, die wir aufnehmen sind nur kurzlebig. Ein Grund dafür ist, dass wir uns nur kurz damit befassen und im nächsten Moment gibt es bereits tausende von neuen Meldungen für die unser Gehirn erst wieder Platz schaffen muss und dadurch das zuvor aufgenommene wissen direkt wieder ausgeblendet wird. Um dem entgegen zu wirken müssten die Menschen sich wieder auf die wichtigen Dinge fokussieren. Dinge die einem wichtig sind? Da wären wir schon bei der Frage. "Wer will ich eigentlich sein?"

Diese Frage lasse ich für Euch einfach mal unkommentiert stehen. Feel free to think about it!

"21 Grams" ©2003, Focus Features
Schlussendlich muss ich sagen, dass es sich bei der "Mein Film" Veranstaltungsreihe um ein absolut schönes Event der deutschen Filmakademie handelt. Es war schön einen älteren Film auf der heutigen Kinoleinwand zu sehen. Auf der einen Seite hat man dieses technisch in die Jahre gekommene Werk, auf der anderen Seite das moderne Eventkino. Eine Mischung, die es meiner Meinung zu selten gibt. Schade fand ich, dass der Altersschnitt im Publikum recht hoch war. Damit habe ich nicht gerechnet, da es sich hier um ein wirklich interessantes und spannendes Projekt handelt. Dazu dieser hochkarätiger Streifen und die inspirierende Podiumsdiskussion im Anschluss, die mich selbst vier Tage später noch gedankenvoll macht.