Sonntag, 19. Januar 2014

Filmkritik: The Wolf of Wall Street


Informationen:


Filmstart: 16. Januar 2014
Regie: Martin Scorsese
Cast: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Matthew Mconaughe

Länge: ca. 180 Minuten
FSK: ab 16 Jahren

Trailer: The Wolf of Wall Street

Vorwort:


Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio. Das ist wie Johnny Depp und Tim Burton in gut. Die beiden arbeiteten bereits in Filmen wie "Shutter Island" und und "Departed - Unter Feinden" zusammen. So ist es kein Wunder, dass Martin Scorsese den talentierten Leonardo DiCaprio auch zu seinem nächsten Streich mit ins Boot holte. "The Wolf of Wall Street" wird sowohl von den Fans sowie den Kritikern hoch gelobt. 5 Oscar Nominierungen unterstreichen dabei die Qualität von "The Wolf of Wall Street". Eine Oscarnominierung erhielt unter anderem Leonardo Di Caprio als bester Hauptdarsteller. Den Golden Globe als besten Hauptdarsteller hat er sich für "The Wolf of Wall Street" bereits einheimsen können. Doch wird es auch für den ersten Oscar bei der vierten Nominierung reichen?

Kurzinhalt:


"The Wolf of Wall Street" ist ein Biopic des Jordan Belford. Er wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf, doch träumte stets vom großen Geld. Er entschied sich an die Wall Street zu gehen. Nach seiner Ausbildung wurde er Arbeitslos gründete jedoch kurz darauf seine eigene Maklerfirma mit dem Namen Stratton Oakmont. Schnell stieg sein Vermögen und er wurde von der Gier gepackt. Parties, Drogen und Geld regierten sein Leben und sorgten für einige Turbolenzen.

Der Wolf von der Wall Street


Vom Tellerwäscher zum Millionär. Viele träumen davon, doch die wenigsten können von sich behaupten, es geschafft zu haben. Jordan Belford, gespielt von Leonardo DiCaprio, ist einer von Ihnen. Doch so verlockend Macht, Geld und Erfolg auch sind. Sie bringen ebenfalls Überheblichkeit, Selbstüberschätzung und den Verlust für die Realität mit sich. "The Wolf of Wall Street" ist der Spitzname von Jordan Belford und er ist einer von denen, der den Versuchungen nicht standgehalten hat. Parties, von denen jeder Project-X Schauspieler neidisch gewesen wäre. Freizügig gekleidete Frauen, wie man es nur aus einem Stripclub kennt. Drogenkonsum, wie man ihn nur ... nein, so was hab ich noch nicht erlebt.

Leonardo DiCaprio verkörpert Belford in allen Lagen seines Lebens. Vom gut bürgerlichem Mann zum angehenden Makler, über den Party-Hengst zum selbstüberheblichen "James Bond Bösewicht" hin zum gewalttätigen und abgewrackten Drogenjunkie. Jede Sekunde seiner Schauspielerei nimmt man ihm ab. Er liefert hier wieder eine Vorstellung, die seinesgleichen sucht. Neben ihm Jonah Hill. Da fragt man sich, ob die Besetzung von ihm in einen solchen Film passt. Die Antwort ist: irgendwie schon. Wer allerdings glaubt, dass er hier eine zutiefst ernste Rolle einnimmt, der irrt sich gewaltig. Jonah ist einer von diesen Jungs zu denen man sagen könnte, dass er nichts ernst nehmen kann und immer alles ins lächerliche zieht. Aber genau das passt zu diesem Film. Denn Scorsese zieht, in "The Wolf of Wall Street", die Unterhaltung des Zuschauers häufig der Ernsthaftigkeit vor. Doch genau das ist es, was diesen Börsenfilm von allen anderen abhebt. Hier geht es nicht nur um Zahlen und Fakten. Nein, hier geht es um das Leben eines Mannes der sein Leben in Saus und Braus lebt und dabei auch mal ordentlich auf die Kacke haut und genauso ist "The Wolf of Wall Street". Nicht einfach nur einen Joint rauchen, sondern gleich die ganze verdammte Plantage in Rauch aufgehen lassen. Nicht einfach nur eine Stripperin bestellen, sondern gleich das gesamte Rotlichtviertel einfliegen lassen. "The Wolf of Wall Street" strotzt einfach nur so von Übertreibungen. Doch wohin mit dem Geld wenn man nicht weiß wohin damit.

Trotz stolzer drei Stunden Filmlänge verfliegt die Zeit wie im Fluge. Es gibt höchsten 3  Passagen, die etwas langatmig sind. Doch auch diese sind nach kurzer Zeit überstanden und es geht weiter mit einer rasanten Fahrt im Leben eines abgehobenen Reichen. Die gesamte Inszenierung samt Cast ist grandios. Was einen hier erwartet sind drei satte Stunden purer Unterhaltung.

Fakten zu "The Wolf on Wall Street":


- Martin Scorsese kündigte auf seiner Promo-Tour zum Film an, dass seine Karriere als Regiesseur sich dem Ende neigt.

- Für Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese ist "The Wolf of Wall Street die fünfte Zusammenarbeit.

- Der wichtigste fuckt ist allerdings: "The Wolf of Wall Street" hält in der Originalfassung den Rekord an "fucks" in einem Film. Insgesamt fällt das Wort laut Wikipedia 569 mal in nur 3 Stunden! Wenn das mal nicht abgefuckt ist.

Fazit:


Also fassen wir noch mal zusammen. Es geht um einen jungen Mann, der von heute auf morgen Unmengen an Geld verdient. Partie- und Drogenexzesse in Hülle und Fülle. vulgärer Humor aus der Maschinenpistole und das alles wird abgerundet durch schauspielerisches und darstellerisches Talent der Extraklasse. Bis auf mangelnde Ernsthaftigkeit gibt es kaum etwas zu meckern und deswegen kann ich nur eine absolute Empfehlung für "The Wolf of Wall Street" aussprechen. In zahlen macht das dann eine 82% Wertung


Aus einer anderen Kritik kennt Ihr das ja schon, dass ich gerne meine Kinobegleitung zu Wort kommen lasse. Deswegen gibt es hier noch ein etwas ausführlichere Fazit.

Benjamin N. über "The Wolf of Wall Street":


Was wäre, wenn Raoul Duke und Dr. Gonzo nicht nach Las Vegas gefahren wären, sondern versucht hätten, von New York aus Unmengen von Menschen mit nahezu wertlosen Wertpapieren um ihr Erspartes zu bringen? Ungefähr das zeigt Martin Scorseses neuester Film "Fear and Loathing in New York", äähhh "The Wolf of Wall Street".

Was Scorsese in diesem Film an ausufernden Partys, Drogenexzessen, Orgien und unzähligen Salven an derbem Humor abfeuert, sucht zumindest innerhalb des Mainstream Unterhaltungskinos seinesgleichen. Dabei schafft er es trotz seiner drei Stunden Dauer, kaum Längen aufkommen zu lassen. Was unter anderem an der für Scorsese ungewohnten Gag-Dichte liegt. Darüber hinaus bietet DiCaprio eine seiner besten Performances seines Schaffens.

Soweit so gut ... Was den Film jedoch davon abhält, in einer Liga mit Scorseses Meisterwerken wie "Casino" oder "Good Fellas" zu spielen ist, dass es dem Film an Ernsthaftigkeit, Tiefgang oder gar Systemkritik mangelt. Vielmehr liegt der Fokus auf der Darstellung eines Super-Hedonisten und seines ausufernden Lebensstil. Wer sich daran nicht stört sieht möglicherweise den unterhaltsamsten Film des Jahres, sofern er sich an vulgärem Humor nicht satt lachen kann

Ich verleihe achteinhalb von zehn erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen.

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